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Archäologie – ein Beruf mit Zukunft?
#21
Hallo Pascal,
danke für den Link, auf das Video bezog ich mich. Leider hat er das Thema Stundensätze nur in einem kurzen Block gestriffen, in dem mir aber ebenfalls die große Spreizung ber Gehälter auffiel. Als "Chef" könnte er da mMn durchaus erwirken, dass zB Mindeststundensätze vom Amt vorgegeben werden, die sich nach den Stundensätzen richten, welche die Beauftragung eines Landesarchäologen mit einer Grabung kosten würde.
Um aber auf das Thema zurück zu führen: Die LfD könnten den Firmen da einfach entgegenkommen und gerade durch die Erlaubnis, diesen Firmen und dem Verursacher auch die (angemessene) Präsentation der Grabungserkenntnisse und -Fortschritte zu ermöglichen. Komplett mit Interviews, Videos, Social Media Präsenz oder abschließendem "Tag der offenen Tür", bei dem etwaige Spenden oder Einnahmen dem Verursacher zumindest teilweise zugute kämen.
Das wäre eine Motivation, bei besonders "schönen" Grabungen auch an der Öffentlichkeitswirksamkeit der Archäologie aktiv mit zu wirken.
#22
Feste, vorgeschriebene Stundensätze in der privaten Wirtschaft?
Der Wunsch nach fest einforderbaren Löhnen in der freien Wirtschaft ist verständlich, jedoch nicht über die Vorgaben von fachlichen Behörden zu erwirken. Ich denke, dass das Amt (als fachliche Aufsichtsbehörde) einem freien Unternehmen keine Mindeststundensätze vorschreiben kann - ausgenommen ist der Mindestlohn, der über das Mindestlohngesetz vom Bund vorgeschrieben ist. Damit würde sich ja das Prinzip der Selbstständigkeit (= frei, weisungsungebunden etc.) eines Unternehmers und die freie Marktwirtschaft erledigen. Bei einem Tarifvertrag handelt es sich ja auch um einen Vertrag zwischen verschiedenen Vertragsparteien (Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften etc.). Da kann m.E. nur ein Berufsverband wirken, wobei auch hier nur das Prinzip der Freiwilligkeit greift. D.h. Arbeitgeber in der freien Wirtschaft könnten sich an den Vorgaben eines Berufsverbandes orientieren. Oder aber, es gibt innerhalb des BV's z.B. eine Art Arbeitgebervertretung (für z.b. privatwirtschaftliche Firmen), die dann mit einer Interessenvertretung der Arbeitnehmer über einen Tarifvertrag verhandeln könnte. Dennoch müsste sich nicht jede Grabungsfirma an diesen Vertrag halten, denn dafür müssten sie dieser Arbeitgebervertretung oder zumindest dem BV angehören. Das ist ein kompliziertes, vielseitiges Thema über das man durchaus debattieren sollte. 

Vielleicht sollten wir hier an dieser Stelle noch einmal konkret überlegen was für den Erhalt oder die Schaffung von guten Arbeitsplätzen - sprich "Archäologie - ein Beruf mit Zukunft? - notwendig wäre.

- Gute Löhne & Arbeitsbedingungen --> Wie sind sie tatsächlich in ganz Deutschland realisierbar?
- Ausbildung, Studium & Lehre --> Was muss sich konkret wandeln um einem realistischen Arbeitsmarkt gerecht zu werden?
#23
Hallo Jasmin,
das ist natürlich der Stand der Dinge. 
Meine Sorge ist gerade in der Archäologie allerdings, dass der "klassische Weg" der Tarifbildung (AG Verband setzt sich mit Gewerkschaft an einen Tisch und verhandelt) nicht klappen wird, da die Arbeitgeber offenbar wenig Interesse haben, da einen "Angriffspunkt" für Gewerkschaften zu bieten. Und der Weg über Haustarifverträge ist in unserem Fach wenig erfolgversprechend, da die Firmen dann in den Ausschreibungen offenbar keinen Fuß mehr auf den Boden bekämen. 
Provokant: was, wenn die Mehrheit der (Dumping-) Arbeitgeber sich einfach sagt: "Nö, an die Vorgaben des Verbandes halten wir uns nicht! Der kann uns eh nix und in Ausschreibungen mitbieten können wir auch, wenn wir nicht im Berufsverband sind." Dann wären wir wieder beim aktuellen Status, in dem zB vom BfK Stundensatzempfehlungen angegeben werden, die aber mangels Sanktionen so gut wie niemand einhält.
Da müssen eben mMn harte Fakten geschaffen werden, zB von den LfD eine Berufsverbandsmitgliedschaft zwingend für bietende Grabungsfirmen vorgeschrieben sein oder eben ein Flächentarifvertrag her. Beides natürlich juristisch nicht leicht umsetzbar - ich habe in der "freien Wirtschaft" außerhalb der Archäologie aber erlebt, dass nur dort nachhaltig Regeln eingehalten werden, wo echte Sanktionen drohen. Daher hoffe ich eben auf eine - zumindest passive - Mithilfe vom Amt. Denen sind die Stundensätze und deren eigene Personalkosten als Vergleichsdaten ja bekannt. 

Um Archäologie also als erstzunehmenden Beruf zu erhalten, sind diese "harten" Rahmenvorgaben mMn Voraussetzung-  sowohl in der Qualität der Arbeit/Fachkräfte, als auch in den finanziellen Rahmenbedinungen. 

Kurz:
- Schaffung verbindlicher Qualifikationsrahmenpläne für die Studienfächer (Vermessung, GIS, Dokuvorgaben und Denkmalschutzrecht als Minimum. Fortbildungen.)
- Branchenweite Standards im Bereich Arbeitssicherheit, Arbeitszeit und -Umstände, sowie Gehältern.

Sascha Piffko hat dies in seinem kürzlich veröffentlichten Aufsatz ja auch sehr gut zusammengefasst.
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  • Jasmin Rauhaus
#24
(29.03.2018, 08:56)Planumsputzer schrieb: Um Archäologie also als erstzunehmenden Beruf zu erhalten, sind diese "harten" Rahmenvorgaben mMn Voraussetzung-  sowohl in der Qualität der Arbeit/Fachkräfte, als auch in den finanziellen Rahmenbedinungen. 

Kurz:
- Schaffung verbindlicher Qualifikationsrahmenpläne für die Studienfächer (Vermessung, GIS, Dokuvorgaben und Denkmalschutzrecht als Minimum. Fortbildungen.)
- Branchenweite Standards im Bereich Arbeitssicherheit, Arbeitszeit und -Umstände, sowie Gehältern.

Während ich mit vielem hier grundsätzlich zustimme, vor allem brachenweiten professionellen Standards, muss ich gerade aus der Sicht des Universitätslehrers vor der "Schaffung verbindlicher Qualifikationsrahmenpläne für die Studienfächer (Vermessung, GIS, Dokuvorgaben und Denkmalschutzrecht als Minimum. Fortbildungen.)". Solche Forderungen vergessen, dass Universitätsstudien höchstens sehr bedingt der Berufsausbildung dienen und - wenn man nicht das universitäre Ideal völlig aufgeben will - dieser auch gar nicht dienen sollen. Die berufsvorbereitende tertiäre Ausbildung wäre eine Aufgabe der Fachhochschulen und/oder vergleichbarer Einrichtungen, nicht eine der Universitäten, so leid mir das tut. Mir ist schon klar: das wird heutzutage immer mehr vermischt, weil die Politik schon lange das universitäre Ideal aushöhlt und statt Universitäten nur noch Fachhochschulen haben will, die sich aber gleichzeitig mit dem Universitätstitel und dem damit verbundenen Renommee schmücken dürfen. Das ist ein Riesenproblem, weil es die akademische Freiheit völlig aushöhlt, die es aus sehr guten Gründen gibt, die aber immer weniger verstanden werden.

Was es daher geben muss sind verbindliche Qualifikationsvorgaben für bestimmte Bereiche der archäologischen Berufswelt, die sich jeder, der in einem bestimmten Bereich arbeiten will, selbstständig erwerben und auch nachweisen können muss. Ein "grabender" Archäologe braucht vielleicht durchaus Vermessung, GIS, Dokuvorgaben und Denkmalschutzrecht als Minimum. Ein "Museumsarchäologe" braucht hingegen das meiste davon (außer eventuell das Denkmalschutzrecht) nicht, dafür hingegen andere Sachen wie Archivierungsmethoden und -strategien, Ausstellungsgestaltung, Öffentlichkeitsarbeit, etc. "Universitäre" ArchäologInnen wiederum brauchen allgemeine und archäologische Wissenschaftstheorie und besonderes  Detailwissen in archäologischen Spezialgebieten, universitäre Fachdiddaktik, Drittmitteleinwerbungsstrategien, etc. Es gibt nicht nur einen gleichartigen Berufsstand des "Archäologen", der alle diese verschiedenen Dinge gleichermaßen im Studium lernen und gleich gut können kann. 

Das Studium kann werder noch soll es seine AbsolventInnen auf alle dieser Berufe gleichermaßen gut berufsbildend vorbereiten; sondern dient dazu, archäologische WissenschafterInnen auszubilden. Es ist daher Aufgabe der beruflichen Selbstorganisation, die für verschiedene Berufszweige der Archäologie erforderlichen Kompetenzen zu definieren (und gegebenenfalls auch zu kontrollieren); und der ArbeitnehmerInnen und/oder deren ArbeitgeberInnen, dafür Sorge zu tragen, dass sie die für die Erledigung ihrer Aufgaben erforderlichen Kompetenzen, ob nun im Studium oder auf anderem Weg (Fortbildungen, Berufserfahrung etc.), erwerben. Wenn man hier nach den Universitäten rufen will, ist der richtige Weg nach entsprechend spezialisierten Fortbildungsangeboten zu rufen, die auch nicht an jeder Uni unbd schon gar nicht als Teil des Grundstudiums angeboten werden müssen, sondern eventuell auch nur an manchen, ob nun als Einzelveranstaltungen oder Teil von Aufbaustudien. Dafür müsste aber eben zuerst einmal ein Berufsverband oder so etwas entsprechende Kompetenzmatrizes aufstellen - wie z.B. CIfA das eh schon hat. Mehr CIfA in Deutschland bringt einen also am ehesten diesen Ziel näher...

Liebe Grüße,

Ray
Prof Raimund Karl FSA FSAScot MCIfA
Prifysgol Bangor University
College Road, Bangor, Gwynedd LL57  2DG
United Kingdom
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  • Sophie Rotermund, Patricia Arlt, Jasmin Rauhaus, Rashida Hussein-Oglü
#25
Ja, das Thema Wissenschaft contra angewandte Fachpraxis ist in Zeiten des öffentlichen Sparzwangs natürlich brandaktuell. Was die Unis dann allerdings tun sollten, ist klar zu kommunizieren, dass das Studium der Archäologie (und vieler Geisteswissenschaften) per se eben nicht berufsqualifizierend ist und sich für die Schaffung eines entsprechenden Ausbildungswegs starkmachen.
Prinzipiell fände ich, wäre Feldarchäologie und Grabungstechnik an einer FH besser aufgehoben. Dann könnte man zB die Studienplätze auch begrenzen um denen, die einen Platz bekommen auch mit guter Wahrscheinlichkeit später einen Arbeitsplatz im öD in Aussicht stellen zu können. 
Im Bereich Archivwesen oder Bibliothek wurde es ja so umgesetzt.  Das wäre allemal fairer, als jährlich dutzende/hunderte Absolventen am Ende in fachfremde Berufe, Zweitstudium oder ALG 2 zu entlassen.
#26
Wir haben hier eine so spannende Aufgabe in der Zukunft! Ich freu mich da tierisch drauf!!

Mein persönlicher Status Quo in diesem Thema: wieso ist ein Studium an der Uni nicht wissenschaftlich? Ah, weil nur Bachelor und kein Master-Abschluss vorliegt. Warum geh ich studieren, wenn das nicht auf einen Beruf vorbereitet? Wieso soll ich nach meinem Studium eine Ausbildung machen, um überhaupt für den Arbeitsmarkt interessant zu werden (gilt auch in anderen Berufszweigen)...warum geh ich dann überhaupt studieren? Warum studiere ich Archäologie für 5 Jahre und mehr, wenn ein ungelernter Bauarbeiter mehr verdient? Wieso gibts keinen Ausbildungsberuf Feldarchäologe, wenn die Uni mich da eh nicht vorbereitet...und könnten wohlmöglich Personen, die kein Abitur haben, auch „im Dreck buddeln“ (Originalton meine Mutter, als ich ihr sagte, dass ich Archäologie studieren werde und meine 20 Jahre Bank an den Nagel hänge“?

Ich glaube, wir haben bei der DGUF Tagung im letzten Jahr tolle Ansätze gesammelt, wie eine Struktur aussehen könnte, um unterschiedliche Bedürfnisse anzusprechen...und jetzt müssen sich ein paar Visionäre, Entscheider, Politiker und Verhandler an den Tisch setzen und Strukturen umsetzen.

Persönlich sehe ich das ganz einfach:
- Ausbildungsberuf für Feldarchäologe und Grabungstechniker
- Berufsakademie / Fachhochschule für Grabungsleiter oder andere Führungskräfte 
- Uni für Denkmalpflege, Museum und Forschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Dabei kann das System durchlässig sein und Personen, die z.B. kein Abitur haben, dafür aber fachspezifische, langjährige Erfahrung, ein Studium an der FH oder Uni ermöglichen (z.B. als Entwicklungsmöglichkeit für gute Praktiker)
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  • Planumsputzer
#27
Das sehe ich in einigen Bereichen als problematisch an. Ich kann hier gute Parallelen zu meinem ersten Beruf (examinierter Krankenpfleger) ziehen. Im Bereich der Krankenpflege /Altenpflege gibt es auch zahlreiche Bestrebungen die Grundpflege (also Waschen, Ankleiden, Nahrung verabreichen) ausschließlich von nicht ausgebildetem Personal oder "nur" von einjährig ausgebildetem Personal durchführen zu lassen und die administrativen Tätigkeiten und die Behandlungspflege ausschließlich von examiniertem, also ausgebildetem Personal durchführen zu lassen. Hintergrund ist einerseits der Personalmangel in der Pflege, anderseits der ökonomische Hintergrund (Hilfskräfte oder weniger gut ausgebildet ist halt günstiger). Was die Betriebswirtschaftslehre und Politik hierbei übersieht, auch bei der Grundpflege und gerade dort ist eine gute Fähigkeit der Krankenbeobachtung (Atmung, Hautzustand, Hautläsionen, Kontrakturen, Dekubitus, also Druckgeschwür, andere Auffälligkeiten neurologischer oder psychiatrischer Genese) wichtig. Und diese Fähigkeiten bedürfen eben einer dreijährigen Ausbildung. Deshalb bin ich auch strikt dagegen, dass Grundpflege nicht mehr von ausgebildetem Personal durchgeführt werden soll. Obwohl sie bei vielen examinierten Pflegekräften sehr unbeliebt ist. Aber für die Patienten oder Bewohner eines Pflegeheime ist es immanent wichtig.


Analogie zur Archäologie: Ausbildungsberufe wie Feldarchäologie oder Grabungsarchäologie o,ä. mag zwar die technischen Fertigkeiten vermitteln, aber die für die exakte Befunderhebung notwendigen Kenntnisse und auch die hier möglicherweise auftretenden Besonderheiten werden so (nicht gegen die Arbeitskräfte selbst gerichtet) oftmals dann nicht erfasst und die dadurch zu gewinnenden Erkenntnisse wären für die Forschung für immer verloren. Daher sehe ich dies kritisch, da dann die ausgebildeten Feldarchäologen günstiger sind und nur die administrativen Tätigkeiten von einer an der Uni ausgebildeten Fachkraft durchgeführt würden. Letztlich bedeutet dies ein Qualitätsverlust im Bereich der archäologischen Forschung.
#28
(03.04.2018, 10:56)Patricia Arlt schrieb: Persönlich sehe ich das ganz einfach:
- Ausbildungsberuf für Feldarchäologe und Grabungstechniker
- Berufsakademie / Fachhochschule für Grabungsleiter oder andere Führungskräfte 
- Uni für Denkmalpflege, Museum und Forschung mit unterschiedlichen Schwerpunkten

Dabei kann das System durchlässig sein und Personen, die z.B. kein Abitur haben, dafür aber fachspezifische, langjährige Erfahrung, ein Studium an der FH oder Uni ermöglichen (z.B. als Entwicklungsmöglichkeit für gute Praktiker)

Prinzipiell wäre das auch meine Vorstellung einer möglichen Differenzierung, die eben Platz im Lehrplan für Praxis und "Hard-skills" schafft. 

@StephanFrey : Ja, der wissenschaftliche Background ist bei der Feldarbeit natürlich ebenfalls notwendig - zumindest ab Schnittleitung. Problematisch sehe ich momentan aber, dass viele Unis eben nur auf die wissenschaftliche Theorie hin lehren und die eigentliche Praxis (Grabungstechniken, GIS, Vermessung, Datenbanken, Doku) von vielen erst im Beruf - mal mehr mal weniger - erlernt werden müssen. Ich habe zB zwei Jahre lang nur gegraben, Planum angelegt und geputzt ohne auch nur ein mal hinterm Tachy zu stehen oder eine Befunddoku zu verfassen - so kann man sich ja auch nicht weiterentwickeln.
Auch Datierungsmethoden und Grundlagen der Restauration sollen mMn im Studium vermittelt werden. Es ärgert mich immer wieder, wenn ausgebildete Archäologen dann zum Zwecke der "exakten", naturwissenschaftlichen Datierungen dann doch wieder bei Physikern, Biochemikern und Informatikern anklopfen müssen, anstatt sich selbst auf solche Posten bewerben zu können.
Würde im Curriculum zB auch Datenbankprogrammierung, Georeferenzierung oder angewandte Radionukliddatierung mit dem fachlichen Unterbau vermittelt, könnten Archäologen sich auch guten Gewissens auf Stellen in der Vermessung, Geoprospektion, Data Management oder Kriminalistik bewerben und wenigstens die Chance eines Quereinstiegs haben.
#29
Es hängt eben auch vom Ausbildungsort ab. An der CAU Kiel zum Beispiel wird sehr viel Wert auf die naturwissenschaftliche Ausbildung der angehenden Archäologen/innen gelegt. Nicht umsonst gehört die Archäologie dort sowohl zur MATH/NAT als auch zur Philosophischen Fakultät (je nach gewählten Nebenfächern). Auch an der RUB Bochum (Montanarchäologie) oder der Bergakademie Freiberg (Industriearchäologie) sind die Kolleginnen und Kollegen naturwissenschaftlich gut vorbereitet.
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  • Planumsputzer
#30
Hallo,
und gab es ein Gespräch bezüglich der Weisungsbefugnis des BLfD? 
Dies ist übrigens ebenfalls eine große Wissenslücke vieler Archäologen und auch Auftraggebern. Die Landesämter haben keine Weisungsbefugnis, das ist vielen nicht klar. Sie dürfen beraten, Richtlinien herausgeben. Aus diesen Punkten Rechtsverbindlichkeit zu generieren, ist falsch. Sie tun so, als wären die Richtlinien rechtsbindend, sind sie aber nicht. So kann man eine Grabung danach durchführen, muss man aber nicht. Da viele Auftraggeber in Sachen völlig unwissend sind, übernehmen sie die Vorgaben der Landesämter. Aus den Festlegungen in den Ausschreibungen wird damit daraus eine Bindung für den Auftragnehmer. 
Die Landesämter sind Denkmalfachbehörden, d.h. sie sind in erster Linie eine Ansammlung von Fachleuten, die die Denkmalbesitzer und Denkmalschutzbehörden beraten. Nun ist der Kniff in den meisten Denkmalschutzgesetzen, dass die Denkmalschutzbehörden nur im Einvernehmen mit den Denkmalfachbörden Entscheidungen treffen dürfen. Aber Entscheidungen treffen die Denkmalschutzbehörden (an unterster Stelle die UDBs, oberste Stelle das Landesministerium).
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  • Dmmx


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