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CIfA Deutschland – Zerstörer von Träumen?
#11
Trotz des skeptischen Endes liegt in diesem Posting ein weiterführender Gedanke: die Firmen mal direkt anschreiben. "Mit der Bitte um Aushang" - das kann man ja wenigstens mal probieren. Listen von Firmen gibt's genug, 1x alle Email-Adressen zusammenstellen, 1 freundlichen Einladungsbrief, und man kann sagen: man hat es wenigstens versucht.Bisher informiert wurden: alle DGUF-Mitglieder; alle Mitglieder der Vortagung vom Frühjahr 2017, und die DGUF-Facebook-Seite, von wo aus auch geteilt wurde. Gut möglich, dass viel Grabungsarchäologen angesichts des gegebenen Booms und der Hochkonjunktur über diese Kanäle gar nicht erreicht werden.
PD Dr. Frank Siegmund (DGUF)
frank.siegmund@dguf.de
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#12
Das halte ich für eine gute Idee. Das sollte wenn möglich natürlich von CiFA ausgehen und würde sicher bei einigen Firmen Erfolg haben. Würde sich da jemand bereit erklären? Ansonsten könnte ich es auch als "Externer" übernehmen, habe allerdings noch keinen direkten Bezug zum Verband. Die Liste der Grabungsfirmen Uni Bamberg dürfte ja recht aktuell sein?
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#13
(08.04.2018, 18:42)Planumsputzer schrieb: Das halte ich für eine gute Idee. Das sollte wenn möglich natürlich von CiFA ausgehen und würde sicher bei einigen Firmen Erfolg haben. Würde sich da jemand bereit erklären? Ansonsten könnte ich es auch als "Externer" übernehmen, habe allerdings noch keinen direkten Bezug zum Verband. Die Liste der Grabungsfirmen Uni Bamberg dürfte ja recht aktuell sein?

Die Liste ist eine der aktuellsten, ja..aber nicht vollständig.
Vielleicht ließe sich ja durch das herantragen ein Bezug zum CIFA herstellen? ;)
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#14
Ich werde Frau Schauer die Tage einmal anschreiben. Ferner denke ich, sollte auch auf eine aktive Mithilfe der Grabungsfirmen Wert gelegt und dies denen auch so vermittelt werden. Gestern habe ich unseren Grabungsleiter (ehem. Landesarchäologe) auf das Thema angesprochen und bekam eben genau die von Frank Siegmund geschilderte negative Einstellung zum Thema zu spüren ("Da kommt jetzt wer aus England und will uns was über Qualität vorschreiben...").
Wenn hier angepackt wird und man die größeren Firmen auch inhaltlich mitreden lässt, können einheitliche Standards sicherlich erreicht werden. 
Man merkt mMn allerdings, dass zumindest bei uns die Firma noch geführt wird, als sei es ein 2 Mann Betrieb und die gesellschaftliche/berufsständische Verantwortung , die ein großer Betrieb in einer Branche irgendwann trägt, manchen dort noch nicht ganz klar geworden ist.
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#15
Wenn man die Firmen kontaktieren will, braucht man einen Email-Verteiler für ein Rundschreiben. Also braucht man Jemanden, der die Zeit investiert, die "Bamberger Liste" zu exzerpieren, eine Tabelle anzulegen, in der in 1 Zeile jeweils 1 Firma steht und in 1 Spalte deren Emailadresse . Das kann man per Copy & Paste bei Bedarf in ein Mail-Programm packen. Der Versand sollte von CIfA ausgehen, inkl. Text dieses Briefes.

Dieses landläufige Argument "da kommt jemand aus der Fremde..." ist echt seltsam. Ich sitze gerade an meinem in China gebauten (feinen!) Laptop, benutze ein in den USA gemachtes Betriebssystem, habe eben noch was über Facebook (USA) gepostet, und nasche dazu ein paar Nüsse, die gewiss auch nicht in Deutschland gewachsen sind. Als wenn die Welt heute noch in nationalen Grenzen ticken würde. Wenn's denn gut ist, was von "draussen" kommt, nimmt man es.
PD Dr. Frank Siegmund (DGUF)
frank.siegmund@dguf.de
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#16
So, ich habe die Liste exzerpiert und angehängt. Es sind, soweit ich sehen konnte, auch einige Firmen ohne Mailadresse vorhanden, deren Platz ich dann freigelassen habe. Auch habe ich keine Dubletten gelöscht (aber farbig markiert), da hier und da die Mailadresse bei gleicher Firma verschieden war und man so beide anschreiben kann. Die in mehreren Bundesländern aktiven Firmen habe ich nach Möglichkeit nur einmal aufgeführt. Ich hoffe, man kann etwas damit anfangen.


Angehängte Dateien
.xlsx   Firmenliste.xlsx (Größe: 21,08 KB / Downloads: 7)
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  • Frank Siegmund
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#17
Danke! Sehr wertvoll. m.W. ist Frau Schauer aktuell ein paar Tage beruflich verreist. Ich versuche sie zu motivieren, die Liste zeitnah nach ihrer Rückkehr für ein Rundschreiben = direkte Einladung nach München zu nutzen. Herzliche Grüße, Frank Siegmund
PD Dr. Frank Siegmund (DGUF)
frank.siegmund@dguf.de
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  • Sophie Rotermund
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#18
Was mir immer auffällt, dass die Qualität der Arbeit mit den gezahlten Löhnen und den Arbeitsbedingen gleichgesetzt wird. Dies ist nicht meine Erfahrung.
Mir scheint es so, als ob alle glauben, wenn sich die Firmen nur zertifizieren, werden alle gut bezahlt und die Arbeit top erledigt. Ray hat ja auf das Problem aufmerksam gemacht, dass es auch nicht zertifizierte in GB gibt. Und solange bei Ausschreibungen in Deutschland häufig der niedrigste Preis den Vorzug bekommt und die anderen Kriterien kaum eine Rolle spielen, wird es auch immer solche geben, die niedrige Preise bieten und zahlen.
Wie sollen denn die Auftraggeber "gezwungen" werden, einen zertifizierten Betrieb zu nehmen??  Auch eine spannende Frage, die der Berufsverband für mich noch nicht gelöst hat.
Es geht hier so sehr um Inneres, dass der Blick nach Außen fehlt und die Frage, warum solche Arbeitsbedingungen herrschen, kaum eine Rolle spielt. Und da sind eben nicht nur die Arbeitgeber schuld, sondern auch die Vorgaben der Wirtschaft (Siehe Saison-Kurzarbeitergeld).
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  • raykarl
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#19
(19.04.2018, 08:30)JaVo schrieb: Wie sollen denn die Auftraggeber "gezwungen" werden, einen zertifizierten Betrieb zu nehmen?? 

Guten Morgen!

Das ist natürlich eine wichtige Frage, wobei es besonders wichtig ist, das "gezwungen" unter Anführungszeichen zu setzen, weil Zwang nicht immer unbedingt das beste Mittel ist, um das Ziel zu erreichen, das man erreichen will. Wobei sich gleich auch die Frage stellt, was denn nun eigentlich das Ziel ist, das, bzw. die Ziele sind, die man erreichen will.

Geht es darum, die Qualität archäologischer Arbeit zu sichern?
Geht es darum, höhere Löhne für qualifizierte Arbeit zu erreichen?
Oder geht es um beides gleichzeitig?

Und ja, mir ist klar, dass es letztendlich natürlich um beides geht; aber die Frage ist natürlich auch, ob man beides gleichzeitig mit dem gleichen Mittel erreichen kann; und ob das Mittel dazu ein "Zwangsmittel" sein muss.

Letztendlich ist das Problem nahezu dasselbe wie in vielen anderen Berufsfeldern: neben dem "professionellen" Sektor gibt es oft auch "Pfuscher", die die "gleiche" Arbeit wie "Professionisten" für weniger Geld erledigen. Findet man einen guten Pfuscher, bekommt man meist tatsächlich die gleiche Arbeit auch in der gleichen (oder manchmal sogar in besserer) Qualität erledigt, wie wenn man einen Professionisten anheuert. Oft ist es aber so, dass man, wenn man einen schlechten Pfuscher erwischt, man zuerst die billigere Arbeit des Pfuschers zahlt und dann erst recht um teureres Geld einen Professionisten anheuern muss, der dann den Pfusch reparieren muss. Im Endeffekt kostet das ganze dann mehr und man hat viel mehr Schwierigkeiten, weil das ganze dreimal so lange dauert und der Pfusch eventuell auch noch Folgeschäden verursacht, die man sich erspart hätte, wenn man gleich den Professionisten genommen hätte.

Die Frage ist daher immer: will man das Risiko in Kauf nehmen, das mit dem "Pfusch" verbunden ist, oder will man gleich einen Professionisten nehmen, damit man sich von Anfang an darauf verlassen kann, dass die Arbeit, die man erledigt haben will, auch ordentlich erledigt wird, auch wenn das etwas mehr kostet.

Das lässt sich letztendlich auch 1:1 auf die Archäologie und die Frage der "Zertifizierung" umlegen: der zertifizierte Archäologiebetrieb ist sozusagen der "Professionist", der nicht zertifizierte der Pfuscher. Gibt es tatsächlich signifikante Qualitätsunterschiede zwischen der Arbeit von archäologischen Professionisten und archäologischen Pfuschern, dann braucht man kaum Zwang, sondern nur (einiges an) Zeit, bis sich das bei den KundInnen archäologischer Unternehmen auch herumspricht. Und sobald es sich herumgesprochen hat, werden auch zunehmend die HauptkundInnen der Archäologie - die größeren Baufirmen - nicht mehr unbedingt den Billigst-, sondern eben den Bestbieter nehmen; und auch darauf schauen, ob ein Bieter ein zertifizierter Betrieb oder eben ein nicht zertifizierter und daher mutmaßlich ein "Pfuscher" ist.

Was es dafür allerdings natürlich braucht sind zwei Dinge:

1) es braucht klare Qualitätsstandards, was "professionelle" archäologische Arbeit ist; und diese müssen auch tatsächlich so hoch angesetzt sein, dass sie nicht jeder Pfuscher problemlos um den halben Preis eines professionellen Betriebs erfüllen kann; und

2) die Denkmalämter müssen die tatsächliche Einhaltung dieser Qualitätsstandards - insbesondere im Feld - auch wirklich kontrollieren und auch echte Konsequenzen setzen, wenn ein "Pfuscher" zur Kostenreduzierung diese Qualitätsstandards unterschreitet.

Vereinfacht gesagt: es muss wehtun, die Qualitätsstandards zu unterschreiten; und zwar nicht nur den ArchäologInnen auf der Fundstelle, sondern insbesondere denen, die sie angeheuert haben. Ein Bauunternehmen, das einen "Pfuscher" anstellt und dann dreimal hintereinander einen Baustopp hat, weil das Denkmalamt vorbeikommt und sagt "halthalt, so geht das nicht, da muss ein ordentliches Team ran"; und dann dreimal hintereinander kurzfristig ein professionelles Team anheuern muss, das den Pfusch repariert, damit der Baustopp wieder aufgehoben werden kann; wird sich beim nächsten archäologischen Auftrag, den es zu vergeben hat, sehr gut überlegen, ob es wieder einen Pfuscher oder nicht doch gleich das etwas teurere, aber dafür verlässliche Professionistenteam anheuert. Weil letztendlich kosten die Baustopps und die dadurch erforderliche. zusätzliche Anheuerung ordentlich arbeitender Profis das Bauunternehmen vermutlich ein großes Vielfaches mehr als die Mehrkosten dafür, gleich die Profis anzuheuern.

Das "Zwangsmittel", mit dem man beide gewünschten Ziele erreicht, ist also nicht etwa direkter Zwang für die AuftraggeberInnen, nur zertifizierte Archäologiebetriebe anheuern zu dürfen; sondern die schärfere Kontrolle und Durchsetzung der Standards der Arbeitsqualität, die "intern" die Spreu vom Weizen trennt. Man zwingt also nicht die AuftraggeberInnen, sondern die ArchäologInnen selbst, wirklich gute Arbeit leisten zu müssen; und ändert damit mittelbar das Verhalten der AuftraggeberInnen, ohne diese zu irgendetwas zu zwingen...

Liebe Grüße,

Ray
Prof Raimund Karl FSA FSAScot MCIfA
Prifysgol Bangor University
College Road, Bangor, Gwynedd LL57  2DG
United Kingdom
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